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Einordnung statt Rangliste

Die grossen Biergärten Münchens

München hat mehr Biergärten als jede andere Stadt der Welt. Diese Übersicht ordnet die grossen ein, nach Platzzahl, Lage und Charakter, und sagt, wofür der jeweilige Ort taugt.

Biergartenkultur

Illustration: drei Bierkrüge, Sinnbild für die großen Münchner Biergärten

Die folgende Übersicht nennt die Platzzahlen, die von den Betrieben und der Stadt üblicherweise angegeben werden. Sie sind Richtwerte: Biergärten zählen unterschiedlich, und die tatsächliche Kapazität hängt an Wetter, Bestuhlung und Veranstaltungen.

Übersicht

BiergartenPlätze, etwaLageCharakter
Königlicher Hirschgarten8.000NymphenburgDer grösste, mit Damwildgehege, familienstark
Chinesischer Turm7.000Englischer GartenDer zweitgrösste, Blasmusik vom Turm, zentral
Augustiner-Keller5.000ArnulfstrasseAlter Kellerbetrieb, dichter Baumbestand, nah am Hauptbahnhof
Seehaus2.500Kleinhesseloher SeeAm Wasser, Bootsverleih nebenan
Aumeister2.500Englischer Garten, NordteilAm ruhigen Ende des Parks, klassisches Ausflugsziel
Zum Flaucher2.000IsarauenAm Fluss, Kiesbänke, betont unaufgeregt

Was sie unterscheidet

Der Hirschgarten: der grösste

Rund 8.000 Plätze im Westen der Stadt, mit einem eingezäunten Damwildgehege am Rand. Das macht ihn für Familien zum sicheren Ziel. Er ist etwas ausserhalb der Touristenrouten und deshalb an Werktagen erstaunlich entspannt.

Der Chinesische Turm: der zentrale

Rund 7.000 Plätze mitten im Englischen Garten. Sein Alleinstellungsmerkmal ist akustisch: Die Blasmusik spielt aus dem ersten Stock des Turms, ohne Verstärkung, über die gesamte Fläche. Kein anderer Biergarten hat eine Bühne über den Köpfen.

Der Augustiner-Keller: der historische

Der Name ist Programm. Hier stand ein echter Bierkeller, und der Baumbestand ist entsprechend alt. Wer verstehen will, wie ein Biergarten entstanden ist, sitzt hier richtig.

Seehaus und Aumeister: die beiden anderen im Park

Beide liegen im Englischen Garten, aber in anderen Welten. Das Seehaus am Kleinhesseloher See ist der Wasserplatz, in seiner heutigen Form seit 1985. Der Aumeister liegt im Nordteil, wo der Park still wird, und ist eher Ziel als Durchgangsstation.

Der Flaucher: der Fluss

An den Isarauen, mit Kiesbänken vor der Tür. Der am wenigsten inszenierte der grossen Biergärten.

Was überall gilt

Alle genannten Betriebe sind traditionelle Biergärten im Sinn der Bayerischen Biergartenverordnung. Das heisst: eigene Brotzeit ist im Selbstbedienungsbereich erlaubt, Getränke werden vor Ort gekauft, Musikschluss spätestens 22 Uhr, Betriebsschluss 23 Uhr.

Wie viele Biergärten München insgesamt hat, lässt sich seriös nicht auf eine Zahl bringen, weil die Abgrenzung zwischen Biergarten, Wirtsgarten und Freischankfläche unscharf ist. Die Grössenordnung liegt im hohen dreistelligen Bereich; die Stadt gilt damit als Biergartenhauptstadt.

Und der Verein?

Der Chinesischer Turm e.V. betreibt keinen dieser Biergärten. Er ist ein Brauchtumsverein und pflegt die Kultur am Turm. Diese Übersicht ist Einordnung, keine Empfehlung, und enthält keine bezahlten Platzierungen.

Wie man den richtigen aussucht

Die Platzzahl sagt am wenigsten darüber, ob ein Biergarten zum Anlass passt. Nützlicher sind vier Fragen.

Mit Kindern?
Hirschgarten wegen des Damwildgeheges, Chinesischer Turm wegen des historischen Karussells von 1913.
Mit Gästen von auswärts?
Chinesischer Turm. Der Park, die Pagode und die Musik von oben erklären München in einer Stunde.
Zum Ausruhen?
Aumeister im Nordteil oder Flaucher an der Isar. Beide liegen abseits der Wege, auf denen man zufällig vorbeikommt.
Bei knapper Zeit?
Augustiner-Keller. Zehn Minuten vom Hauptbahnhof und trotzdem ein alter Kellerbetrieb mit gewachsenem Baumbestand.

Was die Platzzahlen wert sind

Angaben zur Kapazität stammen von den Betrieben selbst und werden unterschiedlich gezählt: mal nur die Selbstbedienung, mal einschliesslich bedienter Bereiche und Innengastronomie. Die Reihenfolge der grossen Häuser ist unstrittig, die genauen Zahlen sind es nicht. Wir nennen sie deshalb als Grössenordnung und nicht auf den Platz genau.

Die eine Sache, die es nur hier gibt

Alle grossen Münchner Biergärten haben Bäume, Bier und Brotzeit. Nur einer hat eine Bühne über den Köpfen. Die Galerie im ersten Stock des Chinesischen Turms war seit dem Bau 1789 bis 1790 als Musikbühne gedacht und wird bis heute so genutzt. Das ist kein Werturteil über die anderen, sondern der eine bauliche Unterschied, den kein Betrieb nachrüsten kann.

Häufige Fragen

Welcher ist der grösste Biergarten Münchens?

Der Königliche Hirschgarten mit rund 8.000 Plätzen. Der Biergarten am Chinesischen Turm folgt mit etwa 7.000 Plätzen auf Platz zwei.

Wie viele Biergärten hat München?

Eine exakte Zahl gibt es nicht, weil Biergarten, Wirtsgarten und Freischankfläche nicht trennscharf abgegrenzt sind. Die Grössenordnung liegt im hohen dreistelligen Bereich.

In welchem Biergarten spielt Blasmusik?

Am Chinesischen Turm spielt die Blasmusik im Sommer aus dem ersten Stock des Turms, an Sonn- und Feiertagen und bei schönem Wetter auch mittwochs und freitags.

Darf man in allen Münchner Biergärten eigenes Essen mitbringen?

In traditionellen Biergärten im Sinn der Bayerischen Biergartenverordnung ja, im Selbstbedienungsbereich. Getränke werden vor Ort gekauft.

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