Der Klang des Englischen Gartens
Blasmusik vom Turm
Es gibt in München keinen zweiten Ort, an dem die Musik von oben kommt. Die Galerie im ersten Stock des Chinesischen Turms ist seit 1790 als Bühne gedacht, und sie funktioniert bis heute ohne einen einzigen Lautsprecher.
Musik
Wann gespielt wird
- Saison
- Sommerhalbjahr, wetterabhängig
- Regelmässig
- an Sonn- und Feiertagen
- Zusätzlich
- bei schönem Wetter auch mittwochs und freitags
- Kapellen
- im Wechsel die Kapelle Rossbachtaler und die Thoma Blasmusik
- Eintritt
- keiner. Es gibt weder Ticket noch Programmheft.
- Ende
- Musikschluss spätestens 22 Uhr, so schreibt es die Biergartenverordnung vor
Wer sicher gehen will, kommt an einem Sonntagnachmittag bei gutem Wetter. Verbindlich zusagen lässt sich nichts: Bei Regen wird nicht gespielt, weil Instrumente und Noten im Freien stehen.
Warum es ohne Verstärkung geht
Die Kapelle sitzt etwa fünf Meter über dem Boden, auf einer umlaufenden Galerie, unter einem Dach. Drei Dinge kommen zusammen:
Die Höhe. Schall breitet sich von einer erhöhten Quelle aus, ohne von der ersten Tischreihe geschluckt zu werden. Am Boden hätte die Kapelle nach zwanzig Metern niemanden mehr erreicht.
Das Dach. Die Konstruktion über den Musikern wirft den Schall nach unten und aussen. Sie ist ein passiver Reflektor.
Das Instrumentarium. Blechblasinstrumente sind für genau diese Aufgabe gebaut. Sie stammen aus der Militär- und Freiluftmusik und brauchen keine Elektrik, um über eine grosse Fläche zu tragen.
Der Preis dafür ist eine Verabredung: Die Musik trägt nur, solange der Biergarten nicht lauter ist als sie. Dass es funktioniert, ist also auch eine Frage der Rücksicht.
Was gespielt wird
Das Repertoire einer bayerischen Blaskapelle im Biergarten ist kein Konzertprogramm, sondern ein Vorrat, aus dem nach Stimmung und Tageszeit geschöpft wird:
Eine typische Besetzung umfasst Flügelhörner und Trompeten für die Melodie, Tenorhörner und Posaunen für die Mittelstimmen, Tuba für den Bass und Schlagwerk. Klarinetten geben die Höhe. Die Gruppe ist klein genug, um auf die Galerie zu passen, und laut genug für sieben Tausend Leute.
Seit wann
Die Galerie war von Beginn an als Musikbühne geplant, der Turm entstand 1789 bis 1790 als Staffagebau mit Funktion. Musik im Biergarten am Turm ist damit älter als das Oktoberfest. Die heutige Praxis steht in dieser Linie, ohne sie museal zu machen: Es sind arbeitende Kapellen, keine Darsteller.
Was der Verein damit zu tun hat
Der Chinesischer Turm e.V. organisiert die Musik nicht, das tut der Betrieb des Biergartens. Der Verein dokumentiert sie und hält den Zusammenhang präsent, warum diese Galerie da ist und was sie kann. Mehr zu den lebenden Bräuchen am Ort steht auf der Seite Traditionen, mehr zur bayerischen Musiklandschaft insgesamt auf brauchtum-muenchen.de.
Häufige Fragen
Wann spielt die Blasmusik am Chinesischen Turm?
Im Sommerhalbjahr an Sonn- und Feiertagen, bei schönem Wetter auch mittwochs und freitags. Bei Regen fällt die Musik aus.
Kostet die Blasmusik am Chinesischen Turm Eintritt?
Nein. Es gibt weder Eintritt noch Ticket noch Programmheft.
Warum braucht die Kapelle keine Lautsprecher?
Weil sie etwa fünf Meter hoch auf einer überdachten Galerie sitzt. Die Höhe verteilt den Schall, das Dach wirft ihn nach unten, und Blechblasinstrumente sind für Freiluftmusik gebaut.
Welche Kapellen spielen am Chinesischen Turm?
Im Wechsel die Kapelle Rossbachtaler und die Thoma Blasmusik.
Seit wann gibt es Musik am Chinesischen Turm?
Die Galerie im ersten Stock war schon beim Bau 1789 bis 1790 als Musikbühne vorgesehen.