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Der Klang des Englischen Gartens

Blasmusik vom Turm

Es gibt in München keinen zweiten Ort, an dem die Musik von oben kommt. Die Galerie im ersten Stock des Chinesischen Turms dient spätestens seit dem Biedermeier als Bühne, und sie funktioniert bis heute ohne einen einzigen Lautsprecher.

Musik

Illustration: Pagode mit Notenzeichen, Blasmusik vom Chinesischen Turm

Wann gespielt wird

Saison
Sommerhalbjahr, wetterabhängig
Spieltage
nach Angaben der Wirtsfamilie bei Biergartenwetter mittwochs ab 16 Uhr, freitags ab 15 Uhr, samstags ab 14 Uhr und sonntags ab 12 Uhr
Kapelle
laut Biergarten derzeit Mathias Achatz mit seiner Kapelle
Eintritt
keiner. Es gibt weder Ticket noch Programmheft.
Ende
Musikschluss spätestens 22 Uhr, so schreibt es die Biergartenverordnung vor

Am sichersten ist ein Sonntagnachmittag bei gutem Wetter. Verbindlich zusagen lässt sich nichts: Bei Regen wird nicht gespielt, weil Instrumente und Noten im Freien stehen.

Warum es ohne Verstärkung geht

Die Kapelle sitzt etwa fünf Meter über dem Boden, auf einer umlaufenden Galerie, unter einem Dach. Drei Dinge kommen zusammen:

Die Höhe. Schall breitet sich von einer erhöhten Quelle aus, ohne von der ersten Tischreihe geschluckt zu werden. Am Boden hätte die Kapelle nach zwanzig Metern niemanden mehr erreicht.

Das Dach. Die Konstruktion über den Musikern wirft den Schall nach unten und außen. Sie ist ein passiver Reflektor.

Das Instrumentarium. Blechblasinstrumente sind für genau diese Aufgabe gebaut. Sie stammen aus der Militär- und Freiluftmusik und brauchen keine Elektrik, um über eine große Fläche zu tragen.

Der Preis dafür ist eine Verabredung: Die Musik trägt nur, solange der Biergarten nicht lauter ist als sie. Dass es funktioniert, ist also auch eine Frage der Rücksicht.

Was gespielt wird

Das Repertoire einer bayerischen Blaskapelle im Biergarten ist kein Konzertprogramm, sondern ein Vorrat, aus dem nach Stimmung und Tageszeit geschöpft wird:

Eine typische Besetzung umfasst Flügelhörner und Trompeten für die Melodie, Tenorhörner und Posaunen für die Mittelstimmen, Tuba für den Bass und Schlagwerk. Klarinetten geben die Höhe. Die Gruppe ist klein genug, um auf die Galerie zu passen, und laut genug für siebentausend Leute.

Seit wann

Dass die Galerie von Beginn an als Musikbühne geplant war, wird oft erzählt, ist aber nicht zeitgenössisch belegt; der Turm entstand 1789 bis 1790 als Staffagebau mit Funktion. Die heutige Praxis steht in dieser Linie, ohne sie museal zu machen: Es sind arbeitende Kapellen, keine Darsteller.

Was der Verein damit zu tun hat

Der Chinesischer Turm e.V. organisiert die Musik nicht, das tut der Betrieb des Biergartens. Der Verein dokumentiert sie und hält den Zusammenhang präsent, warum diese Galerie da ist und was sie kann. Mehr zu den lebenden Bräuchen am Ort steht auf der Seite Traditionen, mehr zur bayerischen Musiklandschaft insgesamt auf brauchtum-muenchen.de.

Häufige Fragen

Wann spielt die Blasmusik am Chinesischen Turm?

Im Sommerhalbjahr nach Angaben der Wirtsfamilie bei Biergartenwetter mittwochs ab 16 Uhr, freitags ab 15 Uhr, samstags ab 14 Uhr und sonntags ab 12 Uhr. Bei Regen fällt die Musik aus.

Kostet die Blasmusik am Chinesischen Turm Eintritt?

Nein. Es gibt weder Eintritt noch Ticket noch Programmheft.

Warum braucht die Kapelle keine Lautsprecher?

Weil sie etwa fünf Meter hoch auf einer überdachten Galerie sitzt. Die Höhe verteilt den Schall, das Dach wirft ihn nach unten, und Blechblasinstrumente sind für Freiluftmusik gebaut.

Welche Kapellen spielen am Chinesischen Turm?

Laut Biergarten derzeit Mathias Achatz mit seiner Kapelle.

Seit wann gibt es Musik am Chinesischen Turm?

Belegt ist Musik am Turm seit der Biedermeierzeit; dass die Galerie schon beim Bau als Musikbühne gedacht war, ist nicht zeitgenössisch belegt.

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