Das Wasser im Park
Der Kleinhesseloher See
Der See sieht aus, als hätte ihn jemand gefunden. Genau das war die Absicht. Angelegt wurde er 1803, und er ist bis heute der gesellige Wasserplatz des Englischen Gartens.
Englischer Garten
Angelegt, nicht gefunden
Der Kleinhesseloher See wurde 1803 von Reinhard von Werneck angelegt, dem damaligen Leiter des Englischen Gartens. Die ursprüngliche Fläche betrug etwa 35.000 Quadratmeter. Heute misst der See 8,64 Hektar, also rund 86.400 Quadratmeter.
Er ist überall sehr flach. Das ist kein Mangel, sondern gehört zur Anlage: Ein flacher See wirkt weiter, wärmt sich schneller auf und lässt sich mit Ruder- und Tretbooten befahren, ohne dass Tiefe zur Gefahr wird.
Im See liegen drei Inseln. Sie sind nicht begehbar und dienen als Rückzugsraum für Wasservögel, was an einem Ort mit diesem Besucherandrang die eigentliche Leistung ist.
Das Seehaus
- Heutiger Bau
- seit 1985
- Architekten
- Ernst Hürlimann und Ludwig Wiedemann
- Plätze
- rund 2.500
- Betrieb
- Biergarten mit Selbstbedienung und bedienter Bereich, dazu Restaurant
- Boote
- Ruder- und Tretboote in der warmen Jahreszeit
Das Seehaus ist nach dem Chinesischen Turm und dem Aumeister der dritte grosse Gastronomiebetrieb im Park. Sein Charakter ist ein anderer: Hier sitzt man am Wasser, nicht unter Kastanien, und die Musik kommt nicht von oben. Der Vergleich der grossen Häuser steht auf der Seite Biergärten Münchens.
Der Weg vom Chinesischen Turm
Vom Turm nach Norden, etwa zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuss. Der Weg führt über den Ringkanal und dann leicht ansteigend zum Südufer. Wer die Runde um den See geht, braucht rund eine halbe Stunde und kommt an allen drei Uferseiten vorbei.
Der See markiert auch eine Zäsur: Nördlich davon beginnt der ruhigere, weitläufigere Nordteil des Parks mit seinen 245 Hektar. Der Isarring trennt beide Hälften.
Im Jahreslauf
Frühjahr und Sommer. Bootsverleih, volle Liegewiesen am Südufer, Betrieb im Seehaus.
Herbst. Die beste Zeit. Das Laub steht im Wasser, die Wiesen sind leer.
Winter. In strengen Wintern friert der flache See zu und wird zur Eisfläche. Ob er freigegeben ist, entscheidet die Stadt; auf eigene Faust betritt man ihn nicht.
Die Grenze zwischen zwei Parks
Der See liegt genau an der Naht. Südlich davon der belebte Teil mit Monopteros, Chinesischem Turm und Eisbachwelle, rund 130 Hektar. Nördlich, jenseits des Isarrings, der weite und stille Nordteil mit rund 245 Hektar. Wer vom Turm nach Norden geht, merkt am Seeufer, dass der Charakter kippt.
Warum der See flach ist
Ein künstlich angelegter Parksee hat keine Quelle und keine Tiefe, die er verteidigen müsste. Flach heisst: Er erwärmt sich schnell, friert früher zu und lässt sich gefahrlos mit Ruder- und Tretbooten befahren. Der Preis ist die Anfälligkeit. In heissen Sommern wächst er zu und braucht Pflege; das Wasser steht, statt zu fliessen.
Die drei Inseln
Sie sind nicht begehbar, und das ist der Punkt. In einem Park mit fünf Millionen Besuchern im Jahr sind drei unzugängliche Inseln der einzige Ort, an dem Wasservögel ungestört brüten können. Wer im Frühjahr am Ufer steht und Betrieb auf dem Wasser beobachtet, sieht das Ergebnis dieser Zurückhaltung.
Praktisches
- Umrundung
- rund 30 Minuten zu Fuss
- Vom Chinesischen Turm
- 10 bis 15 Minuten nach Norden
- Liegewiesen
- vor allem am Südufer
- Eintritt
- keiner, ganzjährig zugänglich
- Betreten der Eisfläche
- nur bei ausdrücklicher Freigabe durch die Stadt
Häufige Fragen
Wann wurde der Kleinhesseloher See angelegt?
1803, durch Reinhard von Werneck, den damaligen Leiter des Englischen Gartens.
Wie gross ist der Kleinhesseloher See?
8,64 Hektar. Ursprünglich war er mit etwa 35.000 Quadratmetern deutlich kleiner.
Wie viele Inseln hat der Kleinhesseloher See?
Drei. Sie sind nicht begehbar und dienen als Rückzugsraum für Wasservögel.
Seit wann gibt es das Seehaus?
Der heutige Bau steht seit 1985, entworfen von Ernst Hürlimann und Ludwig Wiedemann. Er bietet rund 2.500 Plätze.
Kann man auf dem Kleinhesseloher See Boot fahren?
Ja, in der warmen Jahreszeit gibt es Ruder- und Tretboote.