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Der Rundtempel auf dem Hügel

Der Monopteros

Ein griechischer Rundtempel auf einem aufgeschütteten Hügel, zehn Gehminuten südlich des Chinesischen Turms. Von hier reicht der Blick über den Park bis auf die Türme der Altstadt.

Englischer Garten

Illustration: klassizistischer Rundtempel mit Säulenkranz

Was ein Monopteros ist

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bezeichnet einen Rundbau mit nur einem Säulenkranz, ohne geschlossene Innenwand. Kein Gebäude im eigentlichen Sinn, sondern ein Dach auf Säulen. Genau das macht ihn zum idealen Staffagebau: Er fasst den Blick, ohne ihn zu versperren.

Bau und Baumeister

Beschluss
1831
Bauzeit
1831 bis 1836
Entwurf
Leo von Klenze
Bauherr
König Ludwig I.
Standort
auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel
Zugang
frei zugänglich, ohne Eintritt, ganzjährig

Leo von Klenze ist der Architekt, der das klassizistische München geprägt hat: Königsplatz, Glyptothek, Alte Pinakothek, Walhalla bei Regensburg. Der Monopteros ist in diesem Werk das kleinste und leichteste Stück, und vielleicht das beliebteste.

Der Hügel ist keine natürliche Erhebung. Er wurde eigens aufgeschüttet, damit der Tempel den Park überragt und aus mehreren Richtungen sichtbar wird. Ein Landschaftsgarten baut sich seine Landschaft, wenn sie fehlt.

Was man von dort sieht

Nach Süden und Westen öffnet sich die Sicht über die Wiesen auf die Silhouette der Altstadt. Die Türme der Frauenkirche und das Rathaus sind bei klarer Luft gut auszumachen. Der Monopteros ist damit der einzige Punkt im Südteil des Parks, an dem sich Stadt und Garten in einem Bild zusammenfinden.

Am Abend ist der Hügel Treffpunkt. Wer Ruhe sucht, kommt morgens.

Der Weg vom Chinesischen Turm

Vom Biergarten am Chinesischen Turm geht man nach Süden, etwa zehn Minuten, immer parallel zum Bach. Der Hügel taucht rechter Hand auf. Wer weitergeht, kommt nach weiteren zehn Minuten zur Eisbachwelle am Haus der Kunst. Die ganze Route steht im Rundgang.

Turm und Tempel

Die beiden Bauwerke des Südteils sind kein Zufallspaar, sondern das klassische Gegensatzpaar der Gartenkunst: der exotische, gesellige Turm und der antikische, kontemplative Tempel. Der eine hat einen Biergarten, der andere eine Aussicht. Zusammen erzählen sie, wie ein Landschaftsgarten des 18. und 19. Jahrhunderts gedacht war.

Der Hügel und seine Vorgeschichte

Der Hügel misst rund 15 Meter und ist vollständig aufgeschüttet. Unter der Erde steckt ein gemauertes Ziegelfundament, das die Last des Tempels trägt; erst darüber wurde das Erdreich angeschüttet und bepflanzt. Der Aufwand erklärt sich aus der Aufgabe: Der Bau sollte weithin sichtbar sein und zugleich einen Blick über den Park hergeben, den es im flachen Isartal sonst nicht gibt.

An dieser Stelle stand vor dem heutigen Bau ein hölzerner Vorgänger. Er trug eine Inschrift, die den Sinn des ganzen Parks in einem Satz zusammenfasste: Hier wo ihr wallet da war sonst Wald nur und Sumpf. Der Englische Garten war Auwald und Sumpfgelände, bevor er Park wurde.

Der Bau im Detail

Säulen
ein Kranz aus zehn Säulen, ohne geschlossene Innenwand
Fundament
gemauerter Ziegelbau unter dem aufgeschütteten Hügel
Hügelhöhe
rund 15 Meter
Widmung
errichtet unter König Ludwig I. zu Ehren von Kurfürst Karl Theodor, dem Gründer des Parks
Instandsetzungen
1898, 1952/53, 1980 bis 1982 und 2014 bis 2016

Zur Datierung gibt es abweichende Angaben: Der Beschluss fiel 1831, als Fertigstellung werden je nach Quelle 1836 oder 1837 genannt. Wir nennen beide, statt uns auf eine Jahreszahl festzulegen, die nicht eindeutig belegt ist.

Die Widmung ist kein Detail

Dass Ludwig I. den Tempel ausgerechnet Karl Theodor widmete, ist bemerkenswert. Der Kurfürst war in München nie beliebt; die Stadt verzieh ihm die Pfälzer Herkunft und seine Politik lange nicht. Der Monopteros korrigiert dieses Urteil nachträglich und im Stein: Er erinnert daran, wem die Münchner den Park verdanken, den sie täglich benutzen.

Häufige Fragen

Wann wurde der Monopteros gebaut?

Der Beschluss fiel 1831, die Bauzeit reichte von 1831 bis 1836.

Wer hat den Monopteros entworfen?

Leo von Klenze, der Architekt des klassizistischen München, im Auftrag von König Ludwig I.

Was bedeutet Monopteros?

Griechisch für einen Rundbau mit einem einzigen Säulenkranz und ohne geschlossene Innenwand, also ein Dach auf Säulen.

Ist der Monopteros frei zugänglich?

Ja, ganzjährig und ohne Eintritt.

Wie weit ist es vom Chinesischen Turm zum Monopteros?

Etwa zehn Minuten zu Fuss nach Süden.

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