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Das andere Ostasien im Park

Das Japanische Teehaus

Im Englischen Garten stehen zwei ostasiatische Bauwerke, und sie könnten kaum verschiedener sein. Der Chinesische Turm ist europäische Fantasie von 1790. Das Teehaus ist japanische Bauweise von 1972.

Englischer Garten

Illustration: japanisches Teehaus mit geschwungenem Dach

Anlass und Entstehung

Das Japanische Teehaus entstand 1972 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in München. Es steht am südlichen Rand des Englischen Gartens auf einer Insel im Schwabinger Bach, in Sichtweite des Haus der Kunst.

Anders als der Turm ist es keine europäische Deutung, sondern nach japanischen Regeln gebaut: kleines Format, Holz, Papier, Tatami, ein Vorgarten, der den Übergang von der Stadt zur Teestube inszeniert. Der Weg dorthin, die Reinigung der Hände, das Bücken beim Eintreten sind Teil der Architektur.

Die Teezeremonie

Im Teehaus finden in der wärmeren Jahreszeit öffentliche Teezeremonien statt. Sie dauern deutlich länger, als Besucher erwarten, und sie sind kein Vortrag, sondern ein Ablauf, dem man beiwohnt. Termine und Anmeldung laufen über die durchführende Gesellschaft, nicht über den Park und nicht über den Chinesischer Turm e.V.

Baujahr
1972
Anlass
Olympische Sommerspiele in München
Lage
Insel im Schwabinger Bach, Südteil des Englischen Gartens, nahe Haus der Kunst
Zugang
Aussenbereich frei zugänglich; Zeremonien nur zu angekündigten Terminen
Entfernung zum Chinesischen Turm
etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuss nach Süden

Teehaus und Turm: der Unterschied

Beide Bauten beziehen sich auf Ostasien, aber aus entgegengesetzter Richtung.

Chinesischer TurmJapanisches Teehaus
Entstanden1789 bis 17901972
Herkunft der FormEuropäische Chinoiserie nach dem Vorbild KewJapanische Bautradition
AbsichtFremdheit als Stimmungsbild im LandschaftsgartenOrt für eine konkrete Praxis
NutzungMusikgalerie über einem BiergartenTeezeremonie
Massstab25 Meter, fünf Geschosseklein, ebenerdig

Wer beide an einem Tag sieht, versteht den Unterschied zwischen einem Bauwerk, das ein Bild erzeugen soll, und einem, das eine Handlung ermöglicht. Beide sind legitim, und beide gehören in diesen Park.

Auf dem Weg dorthin

Vom Turm nach Süden über den Monopteros zur Eisbachwelle und weiter zum Haus der Kunst. Das Teehaus liegt am östlichen Ende dieses Abschnitts. Die vollständige Route steht im Rundgang.

Was bei einer Teezeremonie geschieht

Die japanische Teezeremonie, chanoyu, ist kein Getränkeservice mit Erklärung, sondern ein festgelegter Ablauf, dessen Sinn in der Genauigkeit liegt. Wer zum ersten Mal beiwohnt, sollte drei Dinge wissen:

Der Weg gehört dazu. Der Vorgarten, der Trittsteinpfad und das Becken zum Reinigen der Hände sind nicht Dekoration, sondern der erste Teil des Ablaufs. Sie trennen den Alltag vom Raum.

Der Eingang ist niedrig. Man betritt die Teestube gebückt. Der Rang, den jemand draussen hat, bleibt draussen.

Es dauert. Eine Zeremonie ist nicht in zehn Minuten vorbei. Wer keine Zeit mitbringt, stört.

Termine und Anmeldung laufen über die durchführende Gesellschaft. Der Chinesischer Turm e.V. ist daran nicht beteiligt und kann keine Plätze vermitteln.

Der Garten um das Haus

Der japanische Garten arbeitet mit denselben Mitteln wie der englische Landschaftsgarten und kommt zu einem anderen Ergebnis: Auch er meidet die Achse, auch er führt den Blick über Umwege. Aber er verkleinert, statt zu weiten. Wo der englische Garten die Landschaft holt, baut der japanische sie im Massstab nach. Beide Auffassungen im Abstand von zwanzig Gehminuten nebeneinander zu sehen, ist der eigentliche Gewinn dieses Parks.

Praktisches

Vom Chinesischen Turm
etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuss nach Süden
Nächster Orientierungspunkt
Haus der Kunst und die Eisbachwelle
Aussenbereich
frei zugänglich
Innenraum
nur im Rahmen angekündigter Zeremonien
Beste Zeit
wärmere Jahreszeit, wenn Zeremonien stattfinden

Häufige Fragen

Wann wurde das Japanische Teehaus in München gebaut?

1972, anlässlich der Olympischen Sommerspiele in München.

Wo steht das Japanische Teehaus?

Auf einer Insel im Schwabinger Bach im Südteil des Englischen Gartens, in der Nähe des Haus der Kunst.

Kann man das Japanische Teehaus besichtigen?

Der Aussenbereich ist frei zugänglich. Das Innere wird bei angekündigten Teezeremonien genutzt, für die eine Anmeldung nötig ist.

Was ist der Unterschied zwischen Teehaus und Chinesischem Turm?

Der Turm von 1790 ist europäische Chinoiserie, also eine europäische Deutung ostasiatischer Formen. Das Teehaus von 1972 folgt japanischer Bautradition und dient einer konkreten Praxis.

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